USA: Neue Regelung könnte Messeauftritte erschweren

Die US-Regierung will ihre Regulierung zum Umgang mit Telekommunikations- und Funktechnik verschärfen. Ziel ist es laut der Behörde Federal Communications Commission (FCC), die Sicherheit des Zulassungsverfahrens für elektronische Geräte zu stärken und Abhängigkeiten von als problematisch eingestuften Ländern zu reduzieren. Geräte, die keine FCC-Zulassung haben oder künftig auf sogenannten „Covered Lists“ stehen, betrachtet sie dementsprechend als potenzielle nationale Sicherheitsrisiken. Die Maßnahme könnte wichtige Ausnahmenregelungen für Messen aushebeln: Bislang dürfen Hersteller solche Geräte in begrenztem Umfang für Ausstellungszwecke in die USA einführen, auf Messen zeigen und unter engen Auflagen ihre Funktionsweisen demonstrieren, auch wenn die FCC-Zulassung noch nicht abgeschlossen ist.

Für deutsche Aussteller wäre dies besonders relevant. Die USA sind 2027 das wichtigste Zielland im Auslandsmesseprogramm des Bundes: 27 deutsche Gemeinschaftsbeteiligungen sind dort geplant. Viele dieser Veranstaltungen betreffen technologieintensive Branchen wie Elektrotechnik, Medizintechnik oder IT. Sollten deutsche Unternehmen ihre Produkte „made in Germany“ künftig nicht mehr oder nur mit erheblichem Zusatzaufwand einführen und auf Messen präsentieren dürfen, könnte dies ihren Eintritt in den US-Markt erschweren. Nach Angaben von Branchenvertretern aus den USA hat die Unsicherheit rund um die Neuregelung bereits praktische Folgen. Demnach verweigern einzelne Logistikdienstleister bereits jetzt den Transport bestimmter Exponate zu US-Messen, solange die Regulierungspläne noch offen sind.

Auch deutsche Messeveranstalter mit Aktivitäten in den USA können betroffen sein. Ihre internationalen Messen leben davon, dass Unternehmen aus der ganzen Welt Innovationen präsentieren können, ohne dass sie flächendeckend am Markt zugelassen sind. Werden regulatorische Anforderungen zunehmend mit sicherheitspolitischen Erwägungen verknüpft, verändert dies die Rahmenbedingungen für internationale Messegeschäfte. Damit verdeutlicht die Debatte einen grundlegenden Wandel: Sicherheits- und Geopolitik beeinflussen inzwischen nicht mehr nur Lieferketten, Investitionen oder Handelsströme, sondern prägen auch zunehmend den globalen Messemarkt.

„Diese Entwicklung eröffnet allerdings auch Chancen für den Messeplatz Deutschland“, erläutert Guillermo Bretel, Manager Public Affairs im AUMA. “Während die USA ihre Markt- und Sicherheitsregeln verschärfen, können deutsche Messen ihre Rolle als offene internationale Innovationsplattformen weiter stärken. Gerade für globale Produktpremieren könnte Deutschland als regulatorisch verlässlicher Messestandort an Attraktivität gewinnen.“

Quelle: AUMA News

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