Zusammenfassung
- Buy-and-Build beschreibt eine Wachstumsstrategie, bei der ein Unternehmen oder Investor zunächst eine Plattformgesellschaft aufbaut und anschließend weitere Unternehmen übernimmt.
- Die Strategie gewinnt besonders in fragmentierten Branchen mit vielen mittelständischen Unternehmen an Bedeutung.
- Der Messebau bietet aufgrund seiner Struktur, Spezialisierung und Nachfolgesituation verschiedene Ansatzpunkte für Konsolidierung.
- Unternehmensnachfolge, Fachkräftemangel, Digitalisierung und steigende Kundenanforderungen erhöhen den Veränderungsdruck innerhalb der Branche.
- Buy-and-Build kann Unternehmen ermöglichen, Kompetenzen zu bündeln, neue Regionen zu erschließen und ein breiteres Leistungsangebot aufzubauen.
- Entscheidend für den Erfolg sind eine passende Integrationsstrategie, Branchenverständnis und der Erhalt unternehmerischer Kompetenz.
- BrandSpaces schafft Transparenz im Messebau- und Eventmarkt und macht Unternehmen sichtbar, die Marken erlebbar machen.
Was bedeutet Buy-and-Build?
Buy-and-Build bezeichnet eine Strategie, bei der ein Unternehmen durch gezielte Übernahmen wächst.
Das Grundprinzip:
Ein sogenanntes Plattformunternehmen wird aufgebaut oder ausgewählt. Anschließend werden weitere Unternehmen übernommen, um eine größere Unternehmensgruppe zu entwickeln.
Typische Ziele einer Buy-and-Build-Strategie sind:
- Wachstum beschleunigen
- Marktanteile gewinnen
- Kompetenzen ergänzen
- regionale Präsenz erweitern
- Synergien nutzen
Während klassisches Wachstum häufig organisch erfolgt – also durch neue Kunden, Mitarbeiter und Projekte –, setzt Buy-and-Build zusätzlich auf strategische Akquisitionen.
Die Methode wird besonders häufig in Märkten eingesetzt, die stark fragmentiert sind und aus vielen kleineren und mittelständischen Unternehmen bestehen.
Warum Buy-and-Build für fragmentierte Branchen interessant ist
Viele Branchen in Deutschland sind durch eine große Zahl mittelständischer Unternehmen geprägt.
Diese Märkte bieten häufig besondere Voraussetzungen:
- zahlreiche spezialisierte Anbieter
- regionale Strukturen
- unterschiedliche Kompetenzbereiche
- Nachfolgepotenziale
Für Investoren und Unternehmer entsteht dadurch die Möglichkeit, einzelne Unternehmen zu verbinden und größere Plattformen aufzubauen.
Das Ziel ist nicht ausschließlich Größe.
Vielmehr geht es darum, unterschiedliche Fähigkeiten zusammenzuführen.
Beispielsweise kann ein Unternehmen über starke Produktionskapazitäten verfügen, während ein anderes besondere Kompetenzen bei internationalen Messeprojekten besitzt.
Gemeinsam entsteht ein breiteres Leistungsangebot.
Warum der Messebau ein potenzieller Buy-and-Build-Markt ist
Der Messebau gehört zu den besonders vielfältigen und spezialisierten Branchen.
Der Markt besteht aus zahlreichen Unternehmen mit unterschiedlichen Schwerpunkten:
- individueller Messebau
- Systemmessebau
- Messedesign
- Messeplanung
- Eventbau
- Logistik
- Montage
- Medientechnik
- Markenräume und Showrooms
Viele Unternehmen sind über Jahrzehnte inhabergeführt gewachsen.
Diese Struktur bietet Vorteile:
- hohe Fachkompetenz
- enge Kundenbeziehungen
- spezialisiertes Know-how
Gleichzeitig entstehen Herausforderungen:
- begrenzte Skalierbarkeit
- Nachfolgefragen
- Fachkräftemangel
- steigende Anforderungen an Digitalisierung
Diese Faktoren können eine stärkere Vernetzung und Konsolidierung begünstigen.
Die Rolle der Unternehmensnachfolge beim Buy-and-Build im Messebau
Ein wichtiger Treiber für Buy-and-Build-Strategien ist die Nachfolgeproblematik im Mittelstand.
Viele Unternehmerinnen und Unternehmer stehen in den kommenden Jahren vor der Frage, wie ihr Lebenswerk weitergeführt werden kann.
Die KfW beschreibt die Unternehmensnachfolge weiterhin als eine zentrale Herausforderung des deutschen Mittelstands. Bis Ende 2029 planen jährlich rund 109.000 mittelständische Unternehmen eine Übergabe, während gleichzeitig viele Unternehmen Schwierigkeiten haben, geeignete Nachfolger zu finden.
Für den Messebau ist diese Entwicklung besonders relevant.
Viele Unternehmen verfügen über:
- jahrzehntelange Marktkenntnis
- erfahrene Mitarbeiter
- etablierte Kundenbeziehungen
- eigene Produktionsstrukturen
Eine Übernahme kann eine Möglichkeit sein, diese Werte langfristig zu erhalten.
Wie funktioniert eine Buy-and-Build-Strategie im Messebau?
Eine typische Buy-and-Build-Struktur besteht aus mehreren Phasen.
1. Auswahl einer Plattformgesellschaft
Am Anfang steht häufig ein etabliertes Unternehmen.
Dieses Unternehmen bildet die Basis der späteren Gruppe.
Wichtige Kriterien können sein:
- stabile Kundenbeziehungen
- erfahrenes Management
- profitable Geschäftsmodelle
- klare Marktpositionierung
- Entwicklungspotenzial
Im Messebau könnte eine Plattform beispielsweise ein international tätiger Messebauer mit eigener Produktion sein.
2. Identifikation geeigneter Übernahmekandidaten
Nach dem Aufbau der Plattform beginnt die Suche nach passenden Unternehmen.
Mögliche Zielunternehmen verfügen beispielsweise über:
- regionale Stärke
- spezielle Technologien
- besondere Branchenkompetenz
- ergänzende Dienstleistungen
Beispiele:
Ein Messebauer könnte durch die Übernahme eines Eventbauunternehmens sein Angebot erweitern.
Ein Produktionsunternehmen könnte durch einen Messeplaner Zugang zu neuen Kunden erhalten.
3. Integration und Zusammenarbeit
Die eigentliche Herausforderung beginnt nach der Übernahme.
Erfolgreiche Buy-and-Build-Strategien benötigen klare Integrationsprozesse.
Wichtige Themen:
- gemeinsame Strategie
- Kommunikation
- IT-Systeme
- Prozesse
- Unternehmenskultur
Gerade im Messebau spielt die Unternehmenskultur eine große Rolle.
Die Branche lebt von:
- Kreativität
- Erfahrung
- Kundennähe
- persönlichem Engagement
Eine erfolgreiche Integration muss diese Werte berücksichtigen.
Welche Vorteile bietet Buy-and-Build für Messebauunternehmen?
Größeres Leistungsportfolio
Durch Zusammenschlüsse können Unternehmen mehr Leistungen anbieten.
Beispiel:
Ein Kunde erhält einen Ansprechpartner für:
- Konzeption
- Design
- Produktion
- Logistik
- Montage
- Eventtechnik
Neue regionale Märkte
Ein Unternehmen kann durch Übernahmen neue Standorte erschließen.
Dies ist besonders interessant, weil Messebau stark von regionalen Netzwerken geprägt ist.
Nähe zu:
- Messeplätzen
- Produktionsstandorten
- Kunden
kann ein Wettbewerbsvorteil sein.
Bessere Ressourcennutzung
Unternehmensgruppen können bestimmte Bereiche gemeinsam nutzen:
- Einkauf
- Verwaltung
- Marketing
- Digitalisierung
- Personalentwicklung
Dadurch entstehen mögliche Effizienzvorteile.
Stärkere Position gegenüber internationalen Kunden
Große Kunden suchen zunehmend Partner, die Projekte über mehrere Länder hinweg begleiten können.
Eine größere Unternehmensgruppe kann hier Vorteile bieten:
- internationale Netzwerke
- mehr Kapazitäten
- breitere Kompetenzen
Welche Herausforderungen bringt Buy-and-Build mit sich?
Buy-and-Build ist kein Selbstläufer.
Viele Übernahmen scheitern nicht an der Transaktion, sondern an der späteren Integration.
Unternehmenskulturen müssen zusammenpassen
Ein Familienunternehmen mit 40 Jahren Geschichte funktioniert möglicherweise anders als eine schnell wachsende Unternehmensgruppe.
Unterschiede können entstehen bei:
- Entscheidungswegen
- Kommunikation
- Führungsverständnis
- Arbeitsweisen
Diese Faktoren müssen aktiv gestaltet werden.
Know-how darf nicht verloren gehen
Im Messebau ist Wissen ein zentraler Unternehmenswert.
Dazu gehören:
- technische Erfahrung
- Kundenverständnis
- Projektwissen
- Produktionskompetenz
Eine erfolgreiche Strategie muss dieses Wissen sichern.
Wachstum braucht professionelle Strukturen
Mit zunehmender Größe steigen die Anforderungen an:
- Controlling
- Projektmanagement
- Personalentwicklung
- Digitalisierung
Viele Unternehmen müssen deshalb Prozesse professionalisieren.
Buy-and-Build und Private Equity im Messebau
Buy-and-Build-Strategien werden häufig mit Private Equity verbunden.
Private-Equity-Investoren suchen häufig Märkte mit:
- Wachstumspotenzial
- Fragmentierung
- Konsolidierungsmöglichkeiten
Das Ziel besteht darin, durch strategische Übernahmen größere Unternehmensplattformen aufzubauen.
Dabei unterscheiden sich Ansätze:
Ein Investor kann beispielsweise auf schnelle Expansion setzen.
Ein anderer fokussiert stärker auf langfristige Entwicklung und operative Verbesserung.
Im Mittelstand bleibt jedoch entscheidend:
Branchenverständnis und nachhaltige Entwicklung sind wichtige Erfolgsfaktoren.
Welche Rolle spielen Familienunternehmen beim Buy-and-Build?
Viele Messebauunternehmen sind Familienunternehmen.
Diese verfügen häufig über:
- starke Identifikation
- langfristige Kundenbeziehungen
- hohe Mitarbeiterbindung
Eine Übernahme muss deshalb nicht automatisch einen Verlust dieser Werte bedeuten.
Viele erfolgreiche Modelle kombinieren:
- unternehmerische Eigenständigkeit
- gemeinsame strategische Entwicklung
- zentrale Unterstützung
Beispiele für mögliche Buy-and-Build-Ansätze im Messebau
Die Branche bietet verschiedene Möglichkeiten zur Bündelung.
Regionale Messebaugruppen
Mehrere regionale Messebauer schließen sich zusammen und bilden ein größeres Netzwerk.
Vorteile:
- größere Reichweite
- gemeinsame Ressourcen
- stärkere Marktpräsenz
Spezialisten-Netzwerke
Unternehmen mit unterschiedlichen Kompetenzen werden verbunden.
Beispiel:
- Messebau
- Eventtechnik
- Logistik
- Markenräume
Europäische Plattformen
Da viele Kunden international arbeiten, können europaweit aktive Gruppen entstehen.
Ziel:
Ein Ansprechpartner für internationale Markenauftritte.
Wie verändert Buy-and-Build den Wettbewerb im Messebau?
Eine stärkere Konsolidierung könnte die Marktstruktur verändern.
Mögliche Entwicklungen:
- professionellere Unternehmensstrukturen
- größere Anbietergruppen
- stärkere Spezialisierung kleiner Unternehmen
- mehr Transparenz im Markt
Dabei bleibt der Messebau eine Branche, in der individuelle Lösungen entscheidend sind.
Größe allein garantiert keinen Erfolg.
Welche Unternehmen sind für Buy-and-Build besonders interessant?
Potenzielle Zielunternehmen zeichnen sich häufig aus durch:
- stabile Kundenbasis
- profitable Projekte
- erfahrene Mitarbeiter
- besondere Kompetenzen
- gute Marktposition
Besonders interessant können Unternehmen sein, die über schwer kopierbares Wissen verfügen.
Die Zukunft von Buy-and-Build im Messebau
Die nächsten Jahre könnten eine Phase zunehmender Veränderungen bringen.
Treiber:
- Unternehmensnachfolge
- Digitalisierung
- Fachkräftemangel
- steigende Kundenerwartungen
- internationale Projekte
Buy-and-Build kann dabei ein Instrument sein, um Unternehmen weiterzuentwickeln und Kompetenzen zu bündeln.
Die Zukunft wird jedoch wahrscheinlich nicht nur aus großen Konzernen bestehen.
Vielmehr könnte sich ein Markt entwickeln, in dem:
- größere Unternehmensgruppen
- spezialisierte Mittelständler
- flexible Partnernetzwerke
nebeneinander bestehen.
BrandSpaces schafft Transparenz in einem sich wandelnden Markt
Gerade in einer Phase zunehmender Veränderungen wird eine strukturierte Übersicht über Unternehmen wichtiger.
BrandSpaces macht Unternehmen sichtbar, die Markenauftritte realisieren.
Dazu gehören:
- Messebauunternehmen
- Messestandbauer
- Messeagenturen
- Eventbauunternehmen
- Montageunternehmen
- Messe- und Eventlogistiker
- Mietmöbelanbieter
- Spezialisten für Markenräume und Showrooms
Die Plattform zeigt:
- Unternehmensprofile
- Leistungen
- Kompetenzen
- Spezialisierungen
- Standorte
Damit entsteht eine zentrale Informationsplattform für Messebau, Markenerlebnisse und Events im DACH-Raum.
Fazit: Buy-and-Build könnte die nächste Entwicklungsstufe des Messebaus prägen
Der Messebau befindet sich in einer Phase struktureller Veränderungen.
Die Branche bleibt geprägt von Kreativität, Handwerk und persönlicher Zusammenarbeit.
Gleichzeitig entstehen neue Anforderungen an Größe, Digitalisierung und internationale Leistungsfähigkeit.
Buy-and-Build bietet eine Möglichkeit, diese Herausforderungen zu adressieren.
Erfolgreich wird die Strategie jedoch nur dann sein, wenn Unternehmen nicht nur zusammengeführt werden, sondern gemeinsame Werte, Kompetenzen und Kundenorientierung erhalten bleiben.
Die Zukunft des Messebaus könnte deshalb von einer Kombination geprägt sein:
größere Strukturen auf der einen Seite – spezialisierte Experten auf der anderen Seite.
Genau diese Vielfalt macht die Branche weiterhin einzigartig.
